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MDR und KI im Gesundheitswesen

Die Medizinprodukteverordnung ist der zweite große Regulierungsrahmen für KI im Gesundheitswesen. Diese Seite bündelt die Schnittstelle zwischen MDR, EU AI Act und der Praxisrealität in Arztpraxen, MVZ und Kliniken.

Kurzantwort

Die MDR regelt das Inverkehrbringen und den Einsatz von Medizinprodukten in der EU. Software fällt darunter, sobald ihre Zweckbestimmung einen medizinischen Zweck umfasst. KI-basierte Software, die diagnostische oder therapeutische Information liefert, ist nach Regel 11 mindestens Klasse IIa.

Für KI-Medizinprodukte greifen MDR und EU AI Act parallel. Beide verlangen Konformitätsbewertung, technische Dokumentation und Post-Market Surveillance. Eine integrierte Vorgehensweise reduziert den Aufwand, ersetzt aber keine der beiden formalen Bewertungen.

Für Betreiber bedeutet eine fehlende CE-Kennzeichnung bei einem diagnostisch genutzten KI-Tool ein hohes Risiko. Wer das Tool trotzdem einsetzt, rutscht nach Art. 25 EU AI Act in die Anbieterrolle und übernimmt faktisch die MDR-Pflichten.

Die drei Vertiefungsartikel

Bereits verfügbare Materialien

MDR-Anbieter oder Healthcare-Startup mit KI-Produkt?

Die Doppelregulierung von MDR und AI Act lässt sich strategisch nicht ignorieren. Ich begleite Health-Tech-Anbieter bei der Konformitätsbewertung, bei der Klassifizierung der Zweckbestimmung und bei der Compliance-as-Code-Architektur. Ein Erstgespräch klärt, wo Sie stehen und welche Synergien Sie heben können.

Häufige Fragen

Wann fällt KI-Software unter die MDR?

Sobald die Zweckbestimmung des Anbieters einen medizinischen Zweck umfasst, also Information für diagnostische, therapeutische, prognostische oder präventive Entscheidungen liefert. MDR Anhang VIII Regel 11 ist die zentrale Klassifizierungsregel. Software, die ICD-Codes vorschlägt oder Befunde unterstützt, ist mindestens Klasse IIa.

Was ändert der EU AI Act an der MDR-Welt?

Der AI Act überlagert die MDR. Hochrisiko-KI, die Sicherheitskomponente eines MDR-Medizinprodukts ist, durchläuft eine integrierte Konformitätsbewertung. Die AI-Act-Anforderungen zu Risikomanagement, Datenqualität, Transparenz und Human Oversight kommen zu den MDR-Anforderungen hinzu.

Können MDR- und AI-Act-Konformitätsbewertung zusammengelegt werden?

Formal bleiben beide Bewertungen getrennt. Operativ lassen sich die zugrunde liegenden Prozesse synergetisch aufsetzen. Ein integriertes QMS nach ISO 13485, gemeinsames Risikomanagement nach ISO 14971 und eine harmonisierte Post-Market-Surveillance reduzieren den Aufwand um realistisch 30 bis 40 Prozent.

Was bedeutet MDR für Betreiber?

Betreiber sind kein direkter Adressat der Anbieterpflichten. Sie müssen aber bei Beschaffung auf gültige CE-Kennzeichnung achten, die Gebrauchsanweisung beachten, schwerwiegende Vorkommnisse melden und Software-Updates pflegen. Wer ein nicht CE-zertifiziertes KI-Tool diagnostisch einsetzt, übernimmt nach Art. 25 EU AI Act die Anbieterpflichten.