KI-Tool-Radar
Tools, die mithören und mitschreiben
Spracherkennung und Ambient-Dokumentation nehmen der Praxis Tipparbeit ab. Regulatorisch entscheidend ist, ob ein Tool nur transkribiert oder ob es zusätzlich bewertet, kodiert und vorschlägt.
Das Themenfeld
§ 01Was dieses Feld regulatorisch besonders macht
Wo die Grenze verläuft
Reines Diktat und wörtliche Transkription bleiben in aller Regel außerhalb der Medizinprodukt-Schwelle, weil keine eigene klinische Bewertung stattfindet. Sobald ein Tool das Gespräch zusammenfasst, strukturiert oder Diagnose- und Kodiervorschläge macht, verschiebt sich die Einordnung Richtung Zweckbestimmung eines Medizinprodukts.
Hosting und Datenfluss sind der zweite Prüfstein
Ambient-Tools verarbeiten Sprachaufnahmen aus dem Behandlungszimmer, also besondere Kategorien nach Art. 9 DSGVO. Wo die Daten liegen, wer Zugriff hat und ob auf ihnen trainiert wird, entscheidet über AV-Vertrag, Drittlandfrage und Datenschutz-Folgenabschätzung. Deutsche oder On-Premise-Verarbeitung nimmt hier den größten Block an Fragen ab.
Die Zusammenfassung braucht Aufsicht
Was ein Ambient-Tool erzeugt, wird Grundlage der Akte und muss ärztlich geprüft werden, bevor es übernommen wird. Genau diese menschliche Aufsicht nach Art. 26 ist die zentrale Betreiberpflicht, unabhängig davon, ob das Tool formal als Medizinprodukt gilt.
Im Radar
§ 02Die Tools in dieser Kategorie
Von reinem Scribing bis zur Zusammenfassung mit Entscheidungsanteil. Der Radar ordnet jedes Tool entlang derselben fünf Achsen ein.
ORPHEUS
IDM gGmbH (Ausgründung UKE Hamburg)
KI-Spracherkennung, klassisches Diktat und Ambient-Dokumentation in einem
Einordnung ansehenTandem Health
Tandem Health (Schweden)
Ambient-Dokumentation mit Entscheidungsunterstützung
Microsoft Dragon Copilot
Microsoft
Ambient Scribing, bewusst als Klasse I gehalten
Vom Tool zur eigenen Praxis
Welches Ihrer Systeme welche Pflichten auslöst, klären wir konkret.
In einem 30-minütigen Gespräch ordnen wir Ihre Tools ein und legen fest, was Sie dokumentiert umsetzen müssen.