KI in der Pädiatrie
Warum für Kinder strengere Regeln gelten.
Diagnostische Pädiatrie-KI ist über MDR Rule 11 meist Medizinprodukt und damit Hochrisiko-KI nach AI Act. Der eigentliche Kern liegt darin, dass Minderjährige eine besonders geschützte Gruppe sind, die der AI Act ausdrücklich adressiert.
Dazu kommen der erhöhte Datenschutz, die Einwilligung der Sorgeberechtigten und ein realer Bias, weil viele Modelle auf Erwachsenendaten trainiert sind. Die Befundverantwortung bleibt nach § 630a BGB beim Arzt, die volle Betreiberpflicht nach Art. 26 AI Act greift ab 2. August 2028 (Digital Omnibus, VO (EU) 2026/1744).
Bei keiner anderen Patientengruppe zählt die Frage der Validierung so sehr wie bei Kindern. Entscheidend bleibt, ob ein System eigens an Kindern geprüft ist, wer die Einwilligung trägt, und wie Sie Aufsicht und Altersvalidierung so dokumentieren, dass sie im Prüffall stehen.
Drei Dinge, die Pädiatrie-KI heute verlässlich leistet.
Drei Dinge, die in der Pädiatrie nicht delegierbar sind.
Die pädiatrischen Verbände sehen dasselbe Problem.
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, weshalb KI-Systeme, die auf Daten von Erwachsenen oder unzureichenden Kinderdaten trainiert wurden, problematisch im Sinne von fehlerhaften Ergebnissen sein können.
Ethikkommission im Bündnis Kinder- und Jugendgesundheit (BVKJ, DGKJ u. a.), Stellungnahme zu KI in der Pädiatrie, Juni 2025
Im Juni 2025 hat die Ethikkommission des Bündnisses Kinder- und Jugendgesundheit, getragen unter anderem von BVKJ und DGKJ, eine Stellungnahme zu KI in der Pädiatrie veröffentlicht. Ihr zentraler Befund deckt sich mit der Praxisrealität, denn viele Systeme sind an Erwachsenendaten trainiert und drohen bei unzureichender pädiatrischer Validierung systematisch danebenzuliegen.
Die Stellungnahme benennt die ethischen Spannungsfelder, von Datenschutz und altersgerechter Kommunikation bis zur Gefahr einer Verantwortungsdiffusion, und fordert klare regulatorische Rahmenbedingungen. Sie endet genau dort, wo die rechtliche Umsetzung in der einzelnen Praxis beginnt. Diese Lücke zwischen ethischem Anspruch und betrieblicher Pflicht schließt der Compliance-Rahmen dieser Seite.
Sechs Pflichten, die Sie vor dem Rollout aufsetzen.
nicht nach einem Gutachten.
Was Sie hier über KI in der Pädiatrie gelesen haben, hilft Ihnen bei der Entscheidung. Für die Pflicht selbst brauchen Sie ein Team, das die Systeme versteht. Der erste Schritt dahin ist der KI-Start, drei Stunden mit Ihrem ganzen Team, online oder bei Ihnen in der Praxis. Danach haben Sie Ihren Praxisplan, und die erste Maßnahme zur KI-Kompetenz nach Art. 4 ist gemacht.
Daniel Kleiboldt
Legal Engineer · Jurist, LL.M., Software Engineer
Berät Praxen, MVZ und Kliniken zu EU AI Act, DSGVO und Haftungsfragen beim KI-Einsatz. Lehrauftrag an der Hochschule Neu-Ulm (HNU).