Welche KI passt
zu meiner Praxis?
Sieben Aufgaben, für die es heute KI gibt, auf einen Blick. Zu jeder steht hier, wie gut der Nutzen belegt ist, wo es heikel wird und womit Sie anfangen.
Kostenlos und ohne Anmeldung. Ich bin Daniel Kleiboldt, Jurist, LL.M., Software Engineer, und bekomme von keinem Hersteller Geld.
Wo hakt es? Telefon · Mitschrift · Arztbrief · Abrechnung · Anfragen · ChatGPT · Befund
Sieben Aufgaben, vom Telefon bis zum Befund.
| Aufgabe | Nutzen belegt | Heikel wird es | Einstieg |
|---|---|---|---|
| Telefon und TermineNimmt Anrufe an und bucht Termine | Nur Herstellerangaben | wenn es Beschwerden nach Dringlichkeit einschätzt | Guter Anfang |
| Mitschrift im GesprächSchreibt in der Sprechstunde mit | Eine Studie, im besten Fall 41 Sekunden je Notiz | wenn es ohne Einverständnis aufnimmt | Guter Anfang, mit Einverständnis |
| Arztbrief und DiktatFormuliert Briefe aus Diktat und Notizen | Keine unabhängigen Zahlen | wenn ein Brief ohne ärztliche Prüfung hinausgeht | Guter Anfang |
| Abrechnung und KodierungSchlägt Ziffern und Codes vor | Keine unabhängigen Zahlen | wenn Vorschläge ohne Freigabe in die Abrechnung gehen | Mit fester Freigabe |
| Anfragen und Anamnese vorabBeantwortet Anfragen, erhebt die Anamnese vorab | Nur Herstellerangaben | wenn es eine Ersteinschätzung abgibt | Mit festem Weg für Warnzeichen |
| ChatGPT und andere AssistentenTexte ohne Patientenbezug und Recherche | Zeitgewinn nicht gemessen | wenn Patientendaten eingegeben werden | Sofort, mit einer Seite Regeln |
| Befund und TherapievorschlagSchlägt Diagnosen oder Therapien vor | Je nach Produkt | von Anfang an, als Medizinprodukt | Selten zuerst |
Jede Aufgabe im Einzelnen.
Gilt bei jeder Aufgabe
01Telefon und Termine
02Mitschrift im Gespräch
03Arztbrief und Diktat
04Abrechnung und Kodierung
05Anfragen und Anamnese vorab
06ChatGPT und andere Assistenten
07Befund und Therapievorschlag
Schon im Einsatz? Sieben Dinge zum Prüfen.
Für Praxen, in denen schon ein System läuft, eine Zeile je Aufgabe. Wer es genau wissen will, geht danach in den Prüfbogen.
Sieben Fragen, kurz beantwortet.
01Welche KI lohnt sich für eine Hausarztpraxis zuerst?
Die Aufgabe, die Ihr Team am meisten Zeit kostet. Telefon und Dokumentation liegen nahe, weil beide selten Medizinprodukt sind und der Rahmen überschaubar bleibt. Befund- und Therapievorschläge sind selten der Anfang.
02Verletzt ein KI-Telefonassistent die Schweigepflicht?
Nicht, wenn die Voraussetzungen vor dem ersten Anruf stehen. Der Anbieter ist schriftlich zur Geheimhaltung verpflichtet (§ 203 Abs. 4 StGB), ein Auftragsverarbeitungsvertrag liegt vor, und in der Kassenpraxis belegt er für den Cloud-Dienst die drei Nachweise nach § 393 SGB V, also Verarbeitungsort, Niederlassung in Deutschland und ein aktuelles C5-Testat. Fordern Sie alles vor der Unterschrift an.
03Darf die MFA ChatGPT für Antwortmails an Patienten nutzen?
Mit Namen, Geburtsdatum, Versichertennummer oder Gesundheitsangaben eines Patienten nicht. Ein freundlicher Entwurf für eine Terminabsage ohne diese Angaben ist in Ordnung. Was erlaubt ist und mit welchem Konto, legt die Praxis auf einer Seite für das ganze Team fest.
04Wie viel Zeit spart KI bei der Dokumentation?
Bisher weniger, als Hersteller angeben. In der größten randomisierten Studie zur KI-Mitschrift (UCLA, NEJM AI 2025, 238 Ärztinnen und Ärzte) sparte das bessere von zwei Werkzeugen 41 Sekunden je Notiz, das andere keine messbare Zeit. Unabhängige Zahlen aus deutschen Praxen gibt es nicht.
05Brauche ich die Einwilligung der Patienten, wenn KI mitschreibt?
Für die Dokumentation selbst nicht, sie gehört zum Behandlungsvertrag (BÄK und KBV, Hinweise vom Oktober 2025). Ob das auch die Aufnahme des Gesprächs trägt, hat niemand entschieden. Der vorsichtige Weg ist das Einverständnis der Patienten, auch wegen § 201 StGB.
06Was verlangt der EU AI Act von meiner Praxis?
Heute vor allem Art. 4. Das Team wird im Umgang mit KI eingewiesen, und wer das festhält, kann es belegen. Ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Die Betreiberpflichten des Art. 26 gelten nur für Hochrisiko-KI, in der Praxis für Medizinprodukte, die eine Benannte Stelle geprüft hat, und für sie ab dem 02.08.2028. Eine Grundrechte-Folgenabschätzung betrifft praktisch nur die Triage in der Notfallversorgung.
07Muss der KI-Anbieter Server in Deutschland haben?
Nein. Für Kassenpraxen verlangt § 393 SGB V bei Cloud-Diensten, dass die Daten in Deutschland, der EU, dem EWR, der Schweiz oder einem Staat mit Angemessenheitsbeschluss verarbeitet werden, dass der Anbieter eine Niederlassung in Deutschland hat und ein aktuelles C5-Testat vorlegt. Fragen Sie nach allen drei Punkten schriftlich.
Dreißig Minuten, kostenlos.
Im Erstgespräch klären wir, ob KI bei Ihnen hilft. Liegt Ihnen schon ein Angebot vor, prüfe ich es in der Ersteinschätzung, 60 Minuten per Video, danach ein Memo für Ihre Unterlagen (490 € netto).
Welche Aufgabe zuerst drankommt und welches Produkt zu Ihrem Praxisverwaltungssystem passt, erarbeiten wir im KI-Start, drei Stunden mit Ihrem ganzen Team, online oder bei Ihnen in der Praxis (1.900 € netto). Der dokumentierte Workshop ist zugleich die erste Maßnahme zur KI-Kompetenz nach Art. 4 für Ihren QM-Ordner.