Kleiboldt Legal EngineeringKleiboldtLegal EngineeringErstgespräch

Welche KI passt
zu meiner Praxis?

KI-Check für Arztpraxen · Stand 27.09.2026

Sieben Aufgaben, für die es heute KI gibt, auf einen Blick. Zu jeder steht hier, wie gut der Nutzen belegt ist, wo es heikel wird und womit Sie anfangen.

Kostenlos und ohne Anmeldung. Ich bin Daniel Kleiboldt, Jurist, LL.M., Software Engineer, und bekomme von keinem Hersteller Geld.

Wo hakt es? Telefon · Mitschrift · Arztbrief · Abrechnung · Anfragen · ChatGPT · Befund

01Überblick

Sieben Aufgaben, vom Telefon bis zum Befund.

AufgabeNutzen belegtHeikel wird esEinstieg
Telefon und TermineNimmt Anrufe an und bucht TermineNur Herstellerangabenwenn es Beschwerden nach Dringlichkeit einschätztGuter Anfang
Mitschrift im GesprächSchreibt in der Sprechstunde mitEine Studie, im besten Fall 41 Sekunden je Notizwenn es ohne Einverständnis aufnimmtGuter Anfang, mit Einverständnis
Arztbrief und DiktatFormuliert Briefe aus Diktat und NotizenKeine unabhängigen Zahlenwenn ein Brief ohne ärztliche Prüfung hinausgehtGuter Anfang
Abrechnung und KodierungSchlägt Ziffern und Codes vorKeine unabhängigen Zahlenwenn Vorschläge ohne Freigabe in die Abrechnung gehenMit fester Freigabe
Anfragen und Anamnese vorabBeantwortet Anfragen, erhebt die Anamnese vorabNur Herstellerangabenwenn es eine Ersteinschätzung abgibtMit festem Weg für Warnzeichen
ChatGPT und andere AssistentenTexte ohne Patientenbezug und RechercheZeitgewinn nicht gemessenwenn Patientendaten eingegeben werdenSofort, mit einer Seite Regeln
Befund und TherapievorschlagSchlägt Diagnosen oder Therapien vorJe nach Produktvon Anfang an, als MedizinproduktSelten zuerst
Die Übersicht ordnet Werkzeugklassen ein und ersetzt keine Prüfung im Einzelfall. Belege und Einzelheiten stehen bei jeder Aufgabe darunter. Stand 27.09.2026.
02Aufgaben

Jede Aufgabe im Einzelnen.

Gilt bei jeder Aufgabe

FreigabeEin Mensch prüft, was die KI vorschlägt, bevor es in die Akte oder an den Patienten geht.
VerträgeErreichen Patientendaten den Anbieter, braucht es einen Auftragsverarbeitungsvertrag und die Verpflichtung auf die Schweigepflicht (§ 203 Abs. 4 StGB).
EinweisungWer im Team mit der KI arbeitet, wird eingewiesen (Art. 4 AI Act), und die Praxis hält es schriftlich fest, so wie die Datenschutzunterweisung im QM-Ordner.
01Telefon und Termine
Nimmt abNimmt Anrufe an, erfasst das Anliegen, bucht Termine und nimmt Rezeptwünsche auf. Der Rest landet als Notiz beim Team.
NutzenBelegt sind nur Herstellerangaben, eine unabhängige Messung in deutschen Praxen kenne ich nicht. 72 Prozent der Patienten würden einen KI-Terminassistenten nutzen (Doctolib Digital Health Report 2026).
KostenMonatliche Gebühr beim Anbieter oder Zusatzmodul zum Vertrag des Praxisverwaltungssystems. Dazu Einrichtung und ein Rückfallweg, falls das System ausfällt.
Dazu gehörtMit der Schweigepflicht ist ein Telefonassistent vereinbar, wenn der Anbieter vor dem Start schriftlich zur Geheimhaltung verpflichtet ist (§ 203 Abs. 4 StGB) und ein Auftragsverarbeitungsvertrag vorliegt. Beides fordern Sie vor der Unterschrift an. Anrufer erfahren zu Beginn, dass sie mit einer KI sprechen (Art. 50 Abs. 1 AI Act, Pflicht des Anbieters). Ein fester Weg für Notfälle. Schätzt das System Beschwerden nach Dringlichkeit ein, ist das eine medizinische Zweckbestimmung, und es gelten die Regeln für Medizinprodukte.
Im TeamJemand arbeitet die Notizen täglich ab und ruft zurück, wo die KI nicht weiterkam. Zählen Sie im Praxistest zwei Wochen lang, wie viele Notizen einen Rückruf brauchen, und legen Sie fest, wer bei einem Ausfall das Telefon übernimmt.
Erster SchrittBeim Hersteller Ihres Praxisverwaltungssystems nach einem Telefonmodul fragen, dann zwei Anbieter nach Vertrag, Serverstandort und Rückfallweg.
DanachMit den Antworten von Hersteller und Anbietern in der Hand lohnt sich die Ersteinschätzung, bevor Sie unterschreiben.
02Mitschrift im Gespräch
Nimmt abHört in der Sprechstunde mit und legt einen Entwurf der Dokumentation an, gegliedert nach Anamnese, Befund und Plan.
NutzenIn der größten randomisierten Studie sparte das bessere von zwei Werkzeugen 41 Sekunden je Notiz, das andere keine messbare Zeit (UCLA, NEJM AI 2025). Zahlen aus deutschen Praxen fehlen.
KostenLizenz je Nutzer beim Anbieter oder Modul zum Vertrag des Praxisverwaltungssystems, öffentliche Listenpreise sind selten. Dazu die Zeit, jeden Entwurf zu prüfen.
Dazu gehörtDas Einverständnis der Patienten zur Aufnahme, weil nicht entschieden ist, ob der Behandlungsvertrag sie trägt (§ 201 StGB). Im Vertrag steht, ob der Anbieter mit Ihren Daten trainiert. Ergänzt das System eigene medizinische Aussagen, etwa Verdachtsdiagnosen, liegt eine medizinische Zweckbestimmung nahe.
Im TeamWer die Sprechstunde hält, prüft jeden Entwurf, bevor er in die Akte geht. Am Empfang wissen alle, wie Patienten von der Aufnahme erfahren und was geschieht, wenn jemand ablehnt.
Erster SchrittIm Vertrag Ihres Praxisverwaltungssystems nachsehen, ob ein Modul angeboten wird. Anbieter nach Serverstandort, Speicherdauer der Aufnahme und Training fragen.
DanachMit Vertrag und Unterlagen des Anbieters in der Hand klärt die Ersteinschätzung, ob beides trägt. Die DSFA für das Werkzeug hält es in einem Dokument fest.
03Arztbrief und Diktat
Nimmt abFormuliert Arztbriefe und Berichte aus Diktat, Notizen und vorhandener Dokumentation.
NutzenHängt am Briefaufkommen und an der Anbindung zum Praxisverwaltungssystem. Unabhängige Zahlen für deutsche Praxen gibt es nicht.
KostenModul zum Vertrag des Praxisverwaltungssystems oder eigene Lizenz. Dazu die Prüfzeit je Brief.
Dazu gehörtJeder Brief wird vor dem Versand ärztlich gegen Befund, Laborwert und Medikationsplan geprüft. Privat geführte Konten scheiden für Patientendaten aus (§ 203 StGB). Formulieren allein löst keine Pflichten aus dem AI Act aus, Kodieren und Bewerten kann es.
Im TeamFestgelegt ist, wer einen Brief freigibt. Wer Briefe vorbereitet, weiß, welche Angaben das Werkzeug bekommt und welche nicht.
Erster SchrittIm eigenen Vertrag nachsehen, bevor Sie einen neuen Anbieter suchen. Manche Praxisverwaltungssysteme bringen ein Modul schon mit.
DanachSoll aus dem Modul ein Werkzeug für die ganze Praxis werden, begleitet die KI-Einführung Auswahl, Regeln und Praxistest.
04Abrechnung und Kodierung
Nimmt abLiest die Dokumentation und schlägt Ziffern nach EBM oder GOÄ und ICD-10-Codes vor.
NutzenHängt an Fachrichtung und Gleichförmigkeit der Leistungen. Unabhängige Zahlen für deutsche Praxen gibt es nicht.
KostenLizenz beim Anbieter oder Modul zum Vertrag des Praxisverwaltungssystems. Dazu ein Prüfschritt vor jeder Quartalsabrechnung.
Dazu gehörtFür jede Ziffer stehen weiter Sie mit der Abrechnungssammelerklärung ein. Deshalb gibt ein Mensch frei, bevor etwas in die Akte zurückgeschrieben wird. Entsteht ein Diagnosecode aus dem Befundtext, stellt sich die Frage nach dem Medizinprodukt.
Im TeamWer abrechnet, sieht die Vorschläge vor der Quartalsabrechnung durch und hält fest, was die KI falsch zugeordnet hat.
Erster SchrittKlären, ob das System nur vorschlägt oder selbst in die Akte schreibt, und wer freigibt.
DanachEntsteht der Code aus dem Befundtext, klärt die Ersteinschätzung die Frage nach dem Medizinprodukt, mit Memo für Ihre Unterlagen.
05Anfragen und Anamnese vorab
Nimmt abBeantwortet schriftliche Anfragen, erinnert an Termine und Vorsorge und erhebt die Anamnese vor dem Termin, per Chat oder Formular.
NutzenBelegt sind nur Herstellerangaben, eine unabhängige Messung in deutschen Praxen kenne ich nicht.
KostenAls Teil einer Plattform für Termine und Kommunikation oder als eigene Lizenz.
Dazu gehörtPatienten erkennen, dass sie mit einer KI schreiben (Art. 50 Abs. 1 AI Act, Pflicht des Anbieters). Anfragen enthalten oft Gesundheitsangaben (Art. 9 DSGVO). Für Warnzeichen braucht es einen festen Weg zu einem Menschen. Gibt das System eine Ersteinschätzung ab, ist das eine medizinische Zweckbestimmung.
Im TeamJemand sichtet täglich, was die KI an das Team weitergibt, und reagiert auf Warnzeichen am selben Tag.
Erster SchrittFestlegen, welche Anfragen die KI beantworten darf und welche immer beim Team landen.
DanachBewertet das System Beschwerden, lohnt vor dem Start die Ersteinschätzung, weil dann die Regeln für Medizinprodukte ins Spiel kommen.
06ChatGPT und andere Assistenten
Nimmt abTexte ohne Patientenbezug, etwa Aushänge, Stellenanzeigen, Patienteninformationen und der Entwurf einer Antwortmail ohne Name und Gesundheitsangaben, dazu Recherche.
NutzenDie Hälfte der Ärztinnen und Ärzte nutzt private KI-Werkzeuge schon für die Recherche (Doctolib Digital Health Report 2026). Eine unabhängige Messung des Zeitgewinns in Praxen kenne ich nicht.
KostenMonatsabo je Person. Für Patientendaten reicht in der Kassenpraxis auch ein Geschäftskonto nicht, weil das C5-Testat nach § 393 SGB V fehlt; dann nur ein Werkzeug mit C5-Testat oder ein Modell im eigenen Netz.
Dazu gehörtMit privatem Konto keine Patientendaten (§ 203 StGB). Wer ein allgemeines Sprachmodell für Befund- oder Therapievorschläge zum konkreten Patienten nutzt, kann selbst als Anbieter eines Hochrisiko-Systems gelten (Art. 25 Abs. 1 lit. c AI Act, umstritten).
Im TeamDie Seite mit den Regeln kennt jede Person im Team, auch am Empfang. Wer Antwortmails an Patienten vorbereitet, lässt Name, Geburtsdatum und Gesundheitsangaben heraus.
Erster SchrittEine Seite Regeln für das Team, wofür das Werkzeug erlaubt ist und mit welchem Konto.
DanachSoll das Werkzeug mit Patientendaten arbeiten, klärt die Ersteinschätzung, welcher Zugang in Ihrer Praxis trägt.
07Befund und Therapievorschlag
Nimmt abSchlägt Diagnosen oder Therapien zum konkreten Patienten vor, markiert Auffälliges im Bild oder prüft Wechselwirkungen.
NutzenJe nach Produkt gut belegt oder gar nicht. Eine CE-Kennzeichnung sagt nichts über den Nutzen für Patienten.
KostenLizenz für ein Medizinprodukt, dazu Einarbeitung und ärztliche Aufsicht im Alltag.
Dazu gehörtMedizinprodukt mit CE-Kennzeichnung. Hat eine Benannte Stelle geprüft, ist es Hochrisiko-KI, und ab dem 02.08.2028 gelten die Betreiberpflichten des Art. 26 AI Act. Die Verantwortung bleibt ärztlich (§ 630a BGB).
Im TeamNamentlich festgelegt ist, wer die Aufsicht führt, und wer das System bedient, weiß, wann ein Vorschlag verworfen wird.
Erster SchrittIch rate, mit einer der Aufgaben oben zu beginnen, außer Ihre Fachrichtung arbeitet ohnehin mit Bildgebung.
DanachLaufen mehrere Systeme, prüft der Compliance-Check sie in einem Durchgang und hält fest, was für Ihre Praxis gilt und was nicht.
03Im Betrieb

Schon im Einsatz? Sieben Dinge zum Prüfen.

Für Praxen, in denen schon ein System läuft, eine Zeile je Aufgabe. Wer es genau wissen will, geht danach in den Prüfbogen.

TelefonHören Sie die Ansage selbst an, prüfen Sie den Notfallweg und ob das System bei Rückrufen nach Beschwerden fragt.
MitschriftPrüfen Sie, ob Ihr Patientenhinweis ein Einverständnis zur Aufnahme einholt oder nur informiert.
ArztbriefPrüfen Sie, ob jeder Brief vor dem Versand ärztlich freigegeben wird und ob alle mit einem Praxiskonto arbeiten, für das ein Vertrag besteht.
AbrechnungPrüfen Sie, ob Vorschläge ohne Freigabe in die Akte oder in die Abrechnung gelangen.
AnfragenPrüfen Sie, ob Patienten erkennen, dass eine KI antwortet, und ob Warnzeichen zuverlässig bei einem Menschen ankommen.
ChatGPTFragen Sie im Team offen, wer welches Werkzeug mit welchem Konto nutzt, auch privat am Handy.
BefundLegen Sie Betriebsanleitung und Kennnummer neben dem CE-Zeichen bereit. Der Prüfbogen zeigt, welche Pflichten daraus folgen.
04Fragen

Sieben Fragen, kurz beantwortet.

01Welche KI lohnt sich für eine Hausarztpraxis zuerst?

Die Aufgabe, die Ihr Team am meisten Zeit kostet. Telefon und Dokumentation liegen nahe, weil beide selten Medizinprodukt sind und der Rahmen überschaubar bleibt. Befund- und Therapievorschläge sind selten der Anfang.

02Verletzt ein KI-Telefonassistent die Schweigepflicht?

Nicht, wenn die Voraussetzungen vor dem ersten Anruf stehen. Der Anbieter ist schriftlich zur Geheimhaltung verpflichtet (§ 203 Abs. 4 StGB), ein Auftragsverarbeitungsvertrag liegt vor, und in der Kassenpraxis belegt er für den Cloud-Dienst die drei Nachweise nach § 393 SGB V, also Verarbeitungsort, Niederlassung in Deutschland und ein aktuelles C5-Testat. Fordern Sie alles vor der Unterschrift an.

03Darf die MFA ChatGPT für Antwortmails an Patienten nutzen?

Mit Namen, Geburtsdatum, Versichertennummer oder Gesundheitsangaben eines Patienten nicht. Ein freundlicher Entwurf für eine Terminabsage ohne diese Angaben ist in Ordnung. Was erlaubt ist und mit welchem Konto, legt die Praxis auf einer Seite für das ganze Team fest.

04Wie viel Zeit spart KI bei der Dokumentation?

Bisher weniger, als Hersteller angeben. In der größten randomisierten Studie zur KI-Mitschrift (UCLA, NEJM AI 2025, 238 Ärztinnen und Ärzte) sparte das bessere von zwei Werkzeugen 41 Sekunden je Notiz, das andere keine messbare Zeit. Unabhängige Zahlen aus deutschen Praxen gibt es nicht.

05Brauche ich die Einwilligung der Patienten, wenn KI mitschreibt?

Für die Dokumentation selbst nicht, sie gehört zum Behandlungsvertrag (BÄK und KBV, Hinweise vom Oktober 2025). Ob das auch die Aufnahme des Gesprächs trägt, hat niemand entschieden. Der vorsichtige Weg ist das Einverständnis der Patienten, auch wegen § 201 StGB.

06Was verlangt der EU AI Act von meiner Praxis?

Heute vor allem Art. 4. Das Team wird im Umgang mit KI eingewiesen, und wer das festhält, kann es belegen. Ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben. Die Betreiberpflichten des Art. 26 gelten nur für Hochrisiko-KI, in der Praxis für Medizinprodukte, die eine Benannte Stelle geprüft hat, und für sie ab dem 02.08.2028. Eine Grundrechte-Folgenabschätzung betrifft praktisch nur die Triage in der Notfallversorgung.

07Muss der KI-Anbieter Server in Deutschland haben?

Nein. Für Kassenpraxen verlangt § 393 SGB V bei Cloud-Diensten, dass die Daten in Deutschland, der EU, dem EWR, der Schweiz oder einem Staat mit Angemessenheitsbeschluss verarbeitet werden, dass der Anbieter eine Niederlassung in Deutschland hat und ein aktuelles C5-Testat vorlegt. Fragen Sie nach allen drei Punkten schriftlich.

05Kontakt

Dreißig Minuten, kostenlos.

Im Erstgespräch klären wir, ob KI bei Ihnen hilft. Liegt Ihnen schon ein Angebot vor, prüfe ich es in der Ersteinschätzung, 60 Minuten per Video, danach ein Memo für Ihre Unterlagen (490 € netto).

Welche Aufgabe zuerst drankommt und welches Produkt zu Ihrem Praxisverwaltungssystem passt, erarbeiten wir im KI-Start, drei Stunden mit Ihrem ganzen Team, online oder bei Ihnen in der Praxis (1.900 € netto). Der dokumentierte Workshop ist zugleich die erste Maßnahme zur KI-Kompetenz nach Art. 4 für Ihren QM-Ordner.

Erstgespräch anfragenSo läuft der KI-Start